Grundsteinlegung für die Energie-Wende in Garching

Am 11.06.2010 legten die Gesellschafter der Energie-Wende-Garching GmbH & Co. KG symbolisch den Grundstein für die Energie-Wende in Garching.
Die Gesellschafter AR Recycling GmbH, E.ON Bayern AG und die Stadt Garching haben die Wende eingeläutet. Mit Geothermie und Biomasse legten Erste Bürgermeisterin Hannelore Gabor, Daniel Klotz, Dr. Christian Liebl sowie der Geschäftsführer Dr. Christian Wiegard den Grundstein für das klimaschutzfreundliche Garching. Das umfangreiche Energiekonzept der Stadt Garching untermauert nachhaltig den Willen der Stadt und aller Beteiligten, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen.

Den Tag nutzte die EWG auch, um das Projekt Revue passieren zu lassen. Die erste Bohrung TH1 an der Ludwig-Prandtl-Straße konnte erfolgreich im Herbst 2008 abgeschlossen werden. Sie verfügt über eine hervorragende Durchlässigkeit und stellt daher in der geothermischen Dublette die Reinjektionsbohrung dar. Sie bietet die optimalen technischen Rahmenbedingungen, um das Wasser wieder in den Malm zurückführen zu können.

Im Mai 2009 ist am Hüterweg mit der zweiten Bohrung begonnen worden. Leider ergaben sich bei den Pumpversuchen einige Schwierigkeiten, da sich Sedimentgestein löste. Dies führte letztlich zur Verstopfung des Bohrloches. Das Bohrgerät musste erneut aufgestellt werden, um das Loch hydraulisch wieder herzustellen. Vorsorglich, um auch sicher gewährleisten zu können, nachhaltig warmes Wasser fördern zu können, sind sog. Liner, also eine Verrohrung eingebracht worden. Mit über 100 l Schüttung / sec. und 73,8 ° C erfüllt das Ergebnis alle Erwartungen.

Parallel zu den Bohrungen hat die EWG mit dem Verlegen der Fernwärmeleitungen begonnen. Zunächst sind entlang der U-Bahnlinie die Thermal- und Fernwärmeverbindungsleitung verlegt worden. In Garching selbst sind Leitungen im Mühlfeldweg, Mühlgasse und Brunnenweg verlegt worden.

Die EWG hat in wirtschaftlich turbulenten Zeiten erst einige Hürden nehmen müssen. Das hat die Gesellschafter noch enger zusammengeschweißt. Um dies zum Ausdruck zu bringen, ist es den Gesellschaftern wichtig, gemeinsam auch den Grundstein zu legen. Damit bleiben auch in ferner Zukunft den Garchinger Bürgern Informationen über den Ursprung und die weitsichtige Gründung der Energie-Wende-Garching erhalten. Die traditionellen Informationsgaben werden der Schatulle beigelegt.

Mit einer vorläufigen Baugenehmigung begannen zunächst die Arbeiten im vergangenen November an der Geothermieheizzentrale. Die Bauarbeiten schreiten zügig voran, so dass bald Richtfest gefeiert werden kann.

Die Fertigstellung der Geothermieheizzentrale ist für Oktober terminiert. Die Inbetriebnahme der technischen Anlagen hängt auf Grund sehr langer Lieferfristen leider im Zeitplan hinter her. Ende November wird die Geothermieheizzentrale in Betrieb genommen. Selbstverständlich wird die EWG ihre Verträge einhalten und zum 1.10.2010 Wärme aus mobilen Wärmeerzeugungsanlagen liefern. Diese Maßnahme ist auch notwendig, da bei der Umstellung von Gas bzw. Öl auf Erdwärme die Heizung für ein bis zwei Tage nicht zur Verfügung steht. Kein Kunde möchte in der Adventszeit eine kühle Wohnung haben. Für die EWG ist kundenorientiertes Handeln oberstes Gebot. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit, optimalen Service anzubieten und die Umstellung beim Kunden im Herbst vorzunehmen.

Das Verlegen der Fernwärmleitungen in Garching läuft auf Hochtouren und verlangt allen Betroffenen viel ab. Die EWG und die ausführenden Firmen setzen alles daran, die Behinderungen auf das Mindestmaß zu reduzieren. Doch in den teilweise engen Straßen führt der Fernwärmeleitungsbau leider immer wieder zu unvermeidbaren kurzfristigen Behinderungen. Die EWG bedankt sich bei den Anwohnern für das entgegengebrachte Verständnis.
Im Anschluss an den Römerhofweg und Watzmannring stehen als nächste Abschnitte der Mühlfeldweg, die Breslauer Straße, Königsberger Straße und der Riemerfeldring Ost an.

Die EWG ist mit der Kundennachfrage zufrieden. Der günstige Öl- und Gaspreis ist für einige Kunden ein Hemmschuh. Die Akzeptanz für die nachhaltige Wärmeversorgung ist ausgesprochen positiv und das Kundeninteresse ist daher sehr hoch. Den meisten Betroffenen ist mehr als bewusst, dass der Öl- und Gaspreis wieder ansteigen wird und der Anschluss an die Fernwärme daher wirtschaftlich ist.

Für das Biomasseheizwerk ist die Genehmigung bei der Regierung von Oberbayern eingereicht worden. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2011 vorgesehen. Bis dahin versorgt die EWG ihre Kunden mit mobilen Wärmeerzeugungsanlagen.

v. l. n. r.:
EWG- Geschäftsführer Dr. Christian Wiegard, E.ON Bayern Wärme GmbH-Geschäftsführer Dr. Christian Liebl, Erste Bürgermeisterin Hannelore Gabor und AR-Recycling GmbH-Geschäftsführer Daniel Klotz

Wednesday, 21. July 2010
Fernwärmerohre verlaufen unter der U-Bahn

In den vergangenen zwei Wochen verlegte die EWG Leitungen unter der U-Bahn.

Thursday, 08. July 2010
Stadt Garching geht mit gutem Beispiel voran

Erste Bürgermeisterin Hannelore Gabor hat den ersten Wärmelieferungsvertrag zwischen der EWG und der Stadt Garching unterzeichnet.