Technik der Geothermie

Das Wort „Geothermie“ stammt aus dem Altgriechischen (geo: Erde; therme: Wärme) und bedeutet Erdwärme, diese zählt zu den erneuerbaren Energien.


Prinzip

Je nach Bohrtiefe unterscheidet man zwischen oberflächennaher und tiefer Geothermie. In Garching wird Energie aus tiefer Geothermie gewonnen. (Weiterführende Informationen zur Tiefengeothermie im Raum München erhalten Sie beim Forschungsprojekt INSIDE.)

Da in Garching das heiße gespeicherte Wasser mit Hilfe der geothermalen Tiefenbohrungen an die Oberfläche gefördert wird, spricht man von einem sogenannten hydrothermalen System.


Bohrung

Aus geologischer Sicht spricht man in Garching von einer geothermischen Dublette. Dies bedeutet, dass an zwei verschiedenen Orten je eine Bohrung bis zur thermalwasserführenden Gesteinsschicht im Untergrund „abgeteuft“ wurde.

Mittels einer Tauchkreiselpumpe wird heißes Thermalwasser aus der Förderbohrung zutage gefördert und über erdverlegte, isolierte Rohrleitungen in die Heizzentrale gepumpt.

Mit der Versenkbohrung wird es wieder der Schicht zugeführt, aus der es entnommen wurde.

Durch diese rein energetische Nutzung des Thermalwassers bleibt die Massenbilanz im Untergrund erhalten, seismologische Ereignisse in der Erde werden ausgeschlossen.


Heizzentrale

Die Heizzentrale Am Wiesäckerbach ist das Herzstück unserer Technik. Dort treffen das heiße Thermalwasser aus den Bohrungen und das kühlere Fernwärmewasser aus dem Netz zusammen.

Die Wärmeübertragung findet mittels drei großen Titan-Plattenwärmetauschern statt, wodurch das Thermalwasser abgekühlt und das Fernwärmewasser aufgeheizt wird.

Netzpumpen wälzen das Fernwärmewasser im gesamten Netz um und fördern es zu jeder einzelnen Kundenstation.

Unseren Strom erzeugen wir über ein kleines Blockheizkraftwerk selber. Dieses hat einen Wirkungsgrad von 95%, da die Abwärme für das Netz genutzt wird.

Die Versorgungs- und Ausfallsicherheit für die Heizzentrale hat oberste Priorität. Daher gibt es zwei voneinander unabhängige Stromnetzeinspeisungen, ein Notstromaggregat und eine Batterieanlage zur Absicherung aller Computer und Steuergeräte.

Die Redundanzheizkessel werden mit Erdgas (notfalls mit Heizöl) betrieben, wodurch auch bei der Spitzenlasterzeugung eine zusätzliche Redundanz gegeben ist.


Netz

Um das in der Heizzentrale aufgewärmte Fernwärmewasser zu den Kunden zu bringen, wurden im Stadtgebiet Garching, am Hochschul- und Forschungscampus sowie im Gewerbegebiet Hochbrück Kunststoffmantelrohrleitungen in öffentlichen Straßen und Wegen verlegt.

Kern dieses speziellen Rohrleitungssystems ist ein Stahlrohr, das vollständig mit einer wärmedämmenden Isolierschicht umgeben ist. So wird eine Wärmeabgabe an das Erdreich auf ein Minimum begrenzt.


Übergabestation

Die Übertragung der Wärme des Fernwärmewassers beim Kunden erfolgt über eine Fernwärmeübergabestation, die von der EWG gestellt, eingebaut und betrieben wird und den zuvor benötigten fossil befeuerten Heizkessel ersetzt.

Das Prinzip funktioniert auf dieselbe Weise wie bei den Geothermie-Wärmetauschern der Geothermie-Heizzentrale.